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dem offiziellen Internet-Magazin des Hessischen Tanzsportverbandes


Weltmeisterliche Trainer-Fortbildung

 

Wie den meisten hessischen Trainern bereits bekannt sein dürfte, wird zum Jahresende die hessische Tanzsporttrainer-Vereinigung aufgelöst. Das war Grund genug,  zum Abschluss für die Mitglieder noch einmal einen richtigen Leckerbissen als Fortbildungslehrgang anzubieten. So wurden keine geringeren als die mehrfachen Profi-Standard Weltmeister Marcus und Karen Hilton (M.B.E.) eingeladen, den zahlreich erschienenen Trainern in einem dreistündigen Workshop einige wertvolle Tipps zu geben. Obwohl die Lizenzerhaltsschulung primär für Trainer-C/B und Übungsleiter gedacht war, lockten die hochklassigen Referenten auch einige Trainer-A ins Clubheim des Blau-Gold Casino Darmstadt.

Es begann mit den Grundprinzipien der Schwungtänze. Heben und Senken, Rotation und Schwung. Dazu wurden jeweils einige Übungen gezeigt, mit denen diese Prinzipien gezielt vermittelt werden können. Wesentlicher Punkt dabei war, dass all diese Bewegungen aus den Beinen und Füßen entstehen. Gezeigt wurden diese Prinzipien anhand einer einfachen Grundfolge im Langsamen Walzer (halbe Rechtsdrehung, überdrehter Kreisel, Turning Lock, Chassé). Dabei war es faszinierend, zu sehen, wie viele technische Feinheiten man in diesen Grundfiguren unterbringen kann. (Und da soll noch einer behaupten, Basic wäre langweilig.)

Ein großer Themenblock widmete sich der richtigen Haltung und Körperposition zueinander. Verdeutlicht wurde dies durch einfache Merksätze wie beispielsweise: Die rechte Seite des Herrn ist für die Dame, die linke für den "Style". Es wurde gezeigt, dass insbesondere die Körperpositionen zueinander in zahlreichen Figuren - wie  beispielsweise dem Rückfall - eine wichtige Rolle spielen und unkorrekte Körperpositionen eine der häufigsten Ursachen für Balanceprobleme darstellen.

Interessantes wurde auch zum Tango gezeigt: Hier demonstrierte Karen durch „Wegkicken“ einer Zigarettenschachtel, wie man beim ersten Schritt einer geschlossenen Promenade durch eine Flick-Aktion einen Tango-typischen Akzent setzen kann. (Der Besitzer der Zigarettenschachtel hat diese später sicherlich nicht mehr geraucht, sondern stattdessen in Kunstharz gießen lassen.)

Auch auf die Unterschiede in der Haltung wurde kurz eingegangen. Beim Tango sollte für den Herren eine energetische Verbindung zwischen beiden Händen spürbar sein. Dadurch wird die Haltung kompakter und die schnellen Bewegungen im Tango können vom Herrn direkter auf die Dame übertragen werden.

Ein guter Teil der gebotenen Informationen war für viele nicht wirklich neu, was auch verständlich ist, da die Grundprinzipien des Standardtanzens nicht jedes Jahr neu erfunden werden. Jedoch wurden diese in einer solchen Klarheit erklärt und präsentiert, dass man daraus ein tieferes Verständnis von eigentlich bekannten Prinzipien erlangen konnte. Angenehm verpackt wurde dies durch die - typisch englische – charmante, stil- und  trotzdem humorvolle Art, in der diese Themen vermittelt wurden.

Nur schade, dass es sich bei diesem Workshop um eine einmalige Sache handelte. Konnten doch die beiden Top-Referenten nicht nur durch enorme Kompetenz und einleuchtende Erläuterungen, sondern auch durch eine phantastische Demonstration der vermittelten Inhalte begeistern. Gerade die einfachen Basic-Figuren bekommt man in einer derart technischen Perfektion nur extrem selten zu sehen.

Abschließend noch ein Zitat im Originaltext, mit dem Karen Hilton belegte, dass die Damen beim Tanzen immer die schwerere Aufgabe haben:

"Ginger Rogers did everything Fred Astaire did, but she did it backwards in 3 inch heels."


 Text und Bilder: Robert Panther


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