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dem offiziellen Internet-Magazin des Hessischen Tanzsportverbandes

Rosenmontagstreff 2003

Es ist inzwischen schon Tradition, dass an jedem Rosenmontag eine Trainerfortbildung in den Räumen des TC Blau-Orange Wiesbaden stattfindet. So wurden auch dieses Jahr alle interessierten C- und B-Trainer sowie Übungsleiter zum sogenannten Rosenmontagstreff eingeladen, der auf Initiative von Niko Riedl nun schon zum achten Mal durchgeführt wurde. Bisher wurde dieser Lehrgang von der hessischen TSTV ausgerichtet. Nach deren Auflösung zum Jahreswechsel 2002/2003 hat diesen Part nun die TSTV in der Bundesrepublik Deutschland übernommen. Erfreulicherweise hatte auch deren erster Vorsitzender – Ernst-Dieter („Sony“) Schöneberger – seinen Weg nach Wiesbaden gefunden, um den Referenten und die Lehrgangsteilnehmer mit ein paar einleitenden Worten zu begrüßen.

Als Dozent war der Diplom-Trainer Udo Schmidt geladen, der insbesondere für seine intensive Beschäftigung mit dem Thema Musik bekannt ist. Er begann mit einer generellen Einordnung des Begriffs Rhythmus in den Sport allgemein. Dabei wurde deutlich, dass Rhythmus nicht nur im Tanzsport, sondern in jeder verlaufsorientierten Sportart eine Rolle spielt.

Anschließend wurde das Thema aus der Sicht des Tanzsports behandelt. Dabei wurden verschiedene Ansätze von verschiedenen Personen (Meinel/Schnabel, Vermey, Laban, Hanebuth) geschildert, die sich allesamt mit dem Thema Rhythmus befasst haben. Diese Ansätze waren teilweise sehr theoretisch es wurden aber auch Tipps gegeben, wie die Rhythmisierungsfähigkeit von Tänzern zu trainieren ist. Ein wichtiger Punkt lag beispielsweise in dem Hinweis, dass das Nachvollziehen eines bestimmten Rhythmus durch eine geeignete Zählweise erheblich vereinfacht werden kann. Nur wenn eine schnelle Bewegung auch durch ein kurzes, möglichst hart klingendes Wort dargestellt wird, wird die Akzentuierung der Bewegung richtig wiedergegeben. Dies ist beispielsweise ein Grund, warum der Begriff „Quick“ meist besser verstanden wird als „schnell“, was zwar auch aus nur einer Silbe besteht, aber vom Klang her viel zu weich ist und daher nicht zu einer scharf akzentuierten Bewegung passt. Mit abstrakten Worten lassen sich Rhythmus und Akzentuierung meist noch besser darstellen, so dass man hier auch eigene Zählweisen entwickeln kann.

Als Beispiel sei hier der Cha-Cha Grundrhythmus (4 + 1 2 3) genannt, für den ich ein paar alternative Zählweisen darstellen will:

schnell schnell Langsam langsam langsam
kurz kurz lang lang
tic tic tac ding dong

Wenn man sich dazu die Bewegung eines guten Lateintänzers vorstellt, wird schnell klar, dass die letzte Variante den Cha-Cha Grundrhythmus am besten widerspiegelt.

Doch zurück zum Lehrgang: Erfreulich war, dass nicht nur trockene Theorie geboten wurde, sondern auch viele praktische Übung gezeigt wurden, anhand derer man die Rhythmusfähigkeit angehender Tänzer trainieren kann. Viele dieser Übungen wurden auch von einem Teil der Zuhörerschaft direkt nachvollzogen, angefangen von Koordinationsübungen mit steigendem Schwierigkeitsgrad über das Darbieten von Rhythmen durch Schritte und Klatschen bis hin zur Verwendung von diversen Percussion-Instrumenten (Bongo, Congas etc.), mit denen aus verschiedenen Grundrhythmen ein komplexer „Klangteppich“ für einen Cha-Cha erzeugt wurde, zu dem andere Lehrgangsteilnehmer dann Cha-Cha Semi-Basics tanzen mussten.

Thema und Präsentation des Lehrgangs stießen bei allen Anwesenden auf große Zustimmung. Auch das Wiesbadener Clubheim bot ausreichenden Platz für die zahlreich erschienenen Trainer und Übungsleiter, selbst für Verpflegung in der Pause wurde bestens gesorgt. So kann man sich schon jetzt auf das nächste Jahr freuen und darf gespannt abwarten, welchen Referenten die TSTV für das Jahr 2004 einlädt.

 

Text und Fotos: Robert Panther



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